Warum wir auf militärischem Gelände geheiratet haben.

von | Apr 27, 2012 | Kiki schreibt, mit 40... | 0 Kommentare

Jetzt bin ich schon über zwei Wochen vierzig Jahre alt und beginne damit, mein Leben Revue passieren zu lassen. Man kann nie früh genug damit anfangen. Es stellen sich Fragen, die ich versuche zu beantworten und auch solche, auf die ich keine Antwort weiß und auch besser keine suche…

Auf der Autofahrt zur Arbeit in dieser Woche ist mir unsere Hochzeit durch den Kopf gegangen. Warum? Das weiß ich nicht! Ich kann es beim besten Willen nicht sagen. Aber ist ja auch egal, ich hatte die Gedanken an unsere Hochzeit und die waren auch schön. Vielleicht war es der zurückliegende fünfte Hochzeitstag? Ein Erklärungsversuch. Hier ein paar Impressionen:

Ein schönes – und nach fünf Jahren auch immer noch sehr glückliches – Paar.

An diesem Tag konnte ich mir und wahrscheinlich auch vielen anderen, die jetzt oder in naher Zukunft lesen, endlich die Frage beantworten, warum wir auf militärischem Gelände geheiratet haben. Schon beim Verteilen der Einladungen vor unserer Hochzeit wurde ich darauf angesprochen. Meine Antwort war immer der Platz, der große Raum , die gute Küche, die Verbindung meiner Schwiegereltern dahin und außerdem hatte Rainer dort seinen Wehrdienst abgeleistet. Der wahre Grund zeigt sich aber erst jetzt. In meiner frühen und späteren Kindheit bin ich lange auf den Tag vorbereitet worden. Nicht auf die Hochzeit, sondern auf das Feiern auf militärischem Gelände. Es hätte also auch jede andere Feier sein können. Als hätten meine Eltern schon damals eine Ahnung gehabt, dass die bei mir einmal wichtig sein könnte. Schon in zartem Alter habe ich Kasernen besucht, kannte mich auf dem Gelände richtig gut aus, bin mit Panzern gefahren, habe Matheunterricht im III. Korps in Koblenz bekommen. Habe an einem großen Zapfenstreich auf der Festung Ehrenbreistein teilgenommen (es wurde ein kommandierender General verabschiedet, dessen Name hier nichts zur Sache tut und den ich auch gar nicht weiß). Auf der Lahn bin ich mit kleinen Bötchen gefahren – alles olivgrün. Eine schöne Kindheit. Erbsensuppe und EPa gehörte zu meinen Grundnahrungsmitteln und die darin enthaltenen Panzerplatten (steinharte Kekse) habe ich meinen Klassenkameraden als überaus lecker und gesund verkauft. Geglaubt haben sie mir das nicht richtig, aber ich war überzeugt. Und das ist ja wichtig. Meine Examensarbeit habe ich auf einem Truppenübungsplatz geschrieben. Dort gitb es eine ausgedehnte Flora und Fauna. In meiner Zeit als Lehramtsanwärterin bekam ich den ersten Dämpfer. Von meinem Chemiefachleiter wurde mir unmissverständlich klar gemacht, dass der Klassenraum nicht der Kasernenhof ist. Achso, ich hatte mich schon gewundert, dass niemand stramm steht

Jetzt wird wahrscheinlich einiges klar und für viele schließt sich ein Kreis und können sich nun erklären, warum ich genau an dieser Stelle stand,

saß und lachte, nachdem ich meinem lieben Mann das Ja-Wort gab.

©KS2012

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.