Von kleinen Reparaturen, Kunst und Fußbädern

von | Okt 19, 2019 | ohneumweg-unterwegs | 2 Kommentare

Der Artikel enthält unbezahlte Werbung, da Namen genannt werden.

Urlaub beginnt bei uns mit Ausschlafen. Erholt in den ersten Fahrtag starten, ist besonders angenehm, besonders deswegen, weil ja auch noch das ganze Gepacke ansteht. Dass wir dann aber völlig verschlafen, ist nicht der Plan. Nun ja, es ist, wie es ist und man braucht sich nicht drüber aufzuregen. Wir lassen uns genauso viel Zeit mit der Paulirunde, saugen die Wohnung, lassen die Spülmaschine noch eine ausführliche Runde drehen, holen Brötchen (aus Gründen konnte das nicht mit der Paulirunde verknüpft werden), kümmern uns ausgiebig um unsere Blumen auf dem Balkon und halten noch einen kleinen Plausch mit den Nachbarn, bevor es an das Beladen geht. Es sind schon wieder einige Gänge zwischen Wohnung und Cookie hinter uns zu bringen. Es ist jedes mal wieder erstaunlich, wie viel der Wagen fasst, ohne dass man es ihm ansieht. Ebenso erstaunlich ist Paulis Verhalten während des Packvorgangs. Mit jedem Packstück, dass die Wohnung verlässt, wächst seine Angst, vergessen zu werden. 

Irgendwann geht es dann aber wirklich los. Wir wollen nach Bayern und sind mal wieder im Auftrag der Kunst unterwegs. Zu seinem 90. Geburtstag hat mein Onkel von seinen Söhnen eine Ausstellung von einem Teil seiner Bilder im Kloster Benediktbeuern geschenkt bekommen. Da wir uns lange überlegt haben, was ein Urlaubsziel sein könnte, kam die Ankündigung dieser Ausstellung wie gerufen. So befinden wir uns heute auf dem Weg Richtung Süden. Unser erster Halt ist der Weinort Ockenheim bei Bingen. 

Der Wohnmobilstellplatz „Metzis Panoramablick“  liegt am Rand des kleinen Örtchens Ockenheim bei Bingen sehr idyllisch in den Weinbergen. Er bietet Platz für etwa 30 Stellplätze und ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrradtouren. Wir überlegen, hier noch einmal länger zu stehen. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 8,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: 3,00 € pro Tag

Versorgung: kostenfrei/für Durchfahrende kostenpflichtig

Entsorgung: kostenfrei/für Durchfahrende kostenpflichtig 

Toilette/Dusche: nein/ 1,00 € für 3-4 Min

Bezahlung: bar 

Brötchenservice: ja

Reservierung: ja 

WLAN: Freifunk Mainz

Sonstiges: Waschmaschine und Trockner gegen Gebühr

Nach unserer Ankunft machen wir uns ziemlich schnell auf den Weg zum örtlichen Supermarkt. Es ist warm. In einer Baulücke – eine wilde Wiese – legt Pauli sich in den Schatten des Nachbarhauses und erklärt den Spaziergang für sich als beendet. Rainer will mit ihm warten und ich gehe das kurze Stück zum Supermarkt weiter. Nach kurzer Zeit sind die beiden wieder hinter mir. Fragezeichen. Ein Anwohner merkt an, dass Pauli hier doch bitte nicht sein Geschäft verrichten soll. Noch mehr Fragezeichen. Von einem gekrümmten Rücken war nichts zu sehen. Und selbst wenn, wir hätten es aufgenommen und in ein „Sackerl für ein Kackerl“ – wie der Österreicher es nennt – gefüllt. Vielleicht hätten wir auch einen Teil des umliegenden Mülls, den Menschen dort hinterlassen haben mitgenommen. Vielleicht…

Kurz vor dem Abendessen gibt es eine kleine „Help-yourself-Einlage“. Es fehlt an Wasser. Nicht im Tank, den haben wir bei unserer Ankunft aufgefüllt. Das Wasser kommt aus dem Tank nicht ins Becken… Ein Checken der Sicherung: durchgebrannt. Rainer versucht an der Rezeption eine neue zu kaufen. Fehlanzeige. Von einem netten Camper bekommt er zwei geschenkt. Die erste brennt wieder durch… Die zweite nicht. Dazwischen liegt aber auch ein kurzes Abendessen und der Austausch der Wasserpumpe (zum Glück haben wir Ersatz an Bord)… 

Am Sonntag verschlägt es uns auf die Schwäbische Alb nach Blaubeuren. Zum Stellplatz nehmen wir den ersten und damit nicht den einfachsten Weg. Treu unserem Navigationsgerät ergeben. Es geht durch Teile der Altstadt und mitten durch Touristenströme. Wir haben niemanden erwischt und es gab zumindest keine lautstarken Beschwerden. 

Der Wohnmobilstellplatz Blaubeuren  liegt am Rand der kleinen Stadt in der Nähe des Freibades und hinter Sportanlagen. Außerdem ist ein Ausweichparkplatz für die Touristenströme in der Nähe. Wer Ruhe sucht, muss in den Wald. Das geht von hier aus aber recht schnell. Der Platz ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Hier haben etwa 16 Wohnmobile Platz, die auf gepflastertem Untergrund stehen können. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: gestaffelt – 1 Tag 10,00 €, 2 Tage 18,00 €, 3 Tage 25,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: im Preis enthalten

Versorgung: 1,00 €

Entsorgung: Abwasser und Müll kostenfrei, Fäkalien: 1,00 €

Toilette/Dusche: nein

Bezahlung: am Parkscheinautomaten mit Karte möglich 

Brötchenservice: nein

Reservierung: nein

WLAN: ja

Den Blautopf können wir uns erst in den Abendstunden anschauen. Zu viele Menschen haben unsere Idee. 

Für den folgenden Tag entschließen wir uns zu einer Wanderung, die von der Stadt selbst vorgeschlagen wird. Wegen der Nähe zum Blautopf starten wir unsere Tour allerdings dort und lassen uns von Komoot quasi um den Ort herum lotsen. Neu ist, dass wir Richtungswechsel auf der Uhr angezeigt bekommen. Das macht das Wandern sehr komfortabel. Die Tour erweist sich als sehr abwechslungsreich: es geht hoch und runter, durch Wald und über Feld, vorbei an Ruinen, Höhlen und Felsen. Es ist zum großen Teil schattig, aber dennoch recht warm. Sommer eben. Unterwegs begegnen uns kaum Menschen. Ganz am Anfang ein Paar mit drei Hunden – gefühlt. Gut, dass wir einen anderen Weg gehen, denn auf beiden Hundeseiten gibt es Unstimmigkeiten in der Sympathie. Zwischendrin werden wir von zwei Frauen verfolgt, die uns einfach nur daran erinnern , dass wir gerade auf der Alb sind. Das Gespräch zwischen ihnen wäre bestimmt sehr interessant und von der Lautstärke auch für uns bestimmt gewesen, wenn nicht die Werbung wäre „Mir kennet alles, außer Hochdeutsch“. 

Das Highlight unserer Tour ist nicht etwa die wunderbare Landschaft in oben schon gezeigten Formen. Nein. Das Highlight ist ein kriechender Hundekothaufen. Kriechen kann er deswegen, weil er schon sehr alt und trocken ist und sich deswegen bewegt, weil ein Mistkäfer ihn geschultert hat. Faszination pur! Kurz bevor wir ein Video von dem Schauspiel drehen wollen, lässt der Tierchen seine Errungenschaft leider liegen und sucht das Weite. So müssen wir uns mit den Fotos abfinden.

Die Tourdaten und der Link im Überblick:

  • Reine Gehzeit: 3:30 h
  • Entfernung: 10,4 km
  • bergauf: 464 m
  • bergab: 464 m
  • Blaubeurer Felsensteig
  • Hinweis: Wir sind die Tour nicht vom Startpunkt aus gelaufen, sondern einfach am Blautopf eingestiegen.   

Unser nächster Stopp ist Laupheim. Laupheim an der B 30. Hier finden wir ausreichend Platz am Schloss Großlaupheim. 

Ein sehr kleiner und einfacher Stellplatz direkt unter einem Glockenturm von St. Peter und Paul. Und die beiden lassen sich nicht lumpen: im Viertelstundenrhytmus wird uns die Zeit mitgeteilt. 24/7. Viertel nach – ding-dang-dong – Halb – ding-dang-dong ding-dang-dong – Viertel vor – ding-dang-dong ding-dang-dong ding-dang-dong – Voll – ding-dang-dong ding-dang-dong ding-dang-dong ding-dang-dong-Stundenschlag-Stundennachschlag.

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 8,00 €

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: im Preis enthalten

Versorgung: 1,00 €

Entsorgung: Abwasser kostenfrei, Entsorgung von Müll nicht möglich

Toilette/Dusche: nein

Bezahlung: im Schloss

Brötchenservice: nein

Reservierung: nein

WLAN: nein

Für Pauli gibt es jede Menge zu sehen und zu beobachten. Die meisten Lebewesen lässt er problemlos passieren. Er entspannt! Erst ein Igel haut ihn aus den Socken. 

Und wenn ihr uns fragt, was Laupheim alles kann und bietet, wundert euch nicht, die Liste ist ganz schön lang: Kaffee verkaufen, leckeres Spaghettieis anbieten, die Sonne unbarmherzigst scheinen lassen, einen Baumarkt, Open-Air-Kino, gute Brezeln,  schöner Schlosspark, Fußbademöglichkeiten, Huschraubergeschwader 64 der Luftwaffe, Supermärkte, Zeit zum Lesen lassen, … Laupheim ermöglicht es einfach zu sein, ohne dass man Angst haben muss, etwas verpasst zu haben.

Pauli nimmt bei unserem Gang durch den Ort mehrere Fuß- bzw. Beinbäder. Sobald er Wasser hört oder irgendwie anders wahrnimmt, gibt es kein Halten mehr. Dabei passt er aber kleinlichst genau darauf auf, dass nur die Beine nass werden. Ein bisschen trinken ist auch ok, aber mehr auch nicht. Er entpuppt sich ein bisschen zum regelrechten Fuß – bzw. Beinbadjunkie und nötigt mich zu ausgedehnten Wadenbädern. Der kleine Mann macht die klassischen Phasen einer Sucht durch. Sein Problem: es ist viel zu heiß. Ich brauche eine Erleichterung: das kalte Wasser tut (uns beiden) ausgesprochen gut! Das Fußbad wird zu einer guten Gewohnheit. Erhöhung der Dosis: den kleinen Mann zieht es regelrecht zum Wasser. Wenn er am Ufer steht, muss er auch auf jeden Fall hinein. Die letzten beiden Stufen vernachlässige ich, hier sind wir noch nicht angekommen…

Unser nächster Stopp soll Weilheim in Oberbayern sein. Die Kritiken sind nicht vielversprechend oder anders ausgedrückt vernichtend. Wir wollen uns aber selbst ein Bild machen. Der Platz hinter einem großen Parkplatz und neben Containern für Altglas und Dosen, asphaltiert ohne jeden Schatten und übersteigt zumindest in unseren Augen die Bewertungen. Wir fahren weiter. Jetzt geht es direkt nach Bad Tölz. Da wissen wir, was wir haben: die Isar vor der Nase, jede Menge anderer Camper, Sonne und teilweise Schatten. Tatsächlich bekommen wir hier wirklich den letzten Platz – allerdings in der 2. Reihe. Besser als Platte… Wir buchen direkt für zwei Nächte. Eine kleine Beschreibung des Platzes findet ihr in diesem Artikel „Alles für die Kunst“.

Das Sitzen, Rumhängen und Gammeln hat heute ein Ende. Zunächst begeben wir uns auf unsere Räder und verfrachten Pauli in den Hänger. Zur nötigen Kühlung hängen wir ein nasses Handtuch dazu. Verdunstungskälte. So kann der kleine Mann entspannen, während wir ihn zu nächsten Fußbädern nach Lenggries radeln. Unser Weg führt uns teils an der Isar entlang, zwischen Wachholderheide hindurch, durch Sonne und Schatten. Hin und wieder halten wir an, um selbst ein bisschen zu verschnaufen – es ist noch ganz schön heiß – und um Pauli die Möglichkeit zu geben, seinem neuesten Hobby nachzugehen. Er ist inzwischen ganz heiß auf den Fluss. Ich aber auch! Lenggries hält uns nicht sehr auf. Wir trinken eine Kleinigkeit und machen uns dann auch bald schon wieder auf den Rückweg. Nicht ohne Pausen. 

Am späten Nachmittag komme ich auf die Idee, noch ein kleine Runde durch Tölz zu drehen. Daraus wird die Kalvarienberg-Isarstausee-Runde. Etwa sieben Kilometer… Dafür kehren wir auf ein Radler in der Moraltalm ein. 

Benediktbeuern. Hier haben wir viel vor: Benediktenwand und Tutzinger Hütte, Moorwanderung und natürlich die Ausstellungseröffnung meines Onkels „Bilder zur Bibel“ von Helmut Kissel. Die Ausstellung ist ein Geschenk seiner Söhne zu seinem 90. Geburtstag. Damit alles zur rechten Zeit klappt, stellen wir uns einen Wecker. Wir beginnen unser Programm mit der Ausstellungseröffnung im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern. Es ist noch sehr warm, so dass Pauli nicht im Auto bleiben kann. Rainer verbringt den Vormittag mit ihm, während ich mir die Bilder anschaue, mit Verwandten plausche und ein Bild erstehe. 

Anschließend sichern wir uns einen Platz auf dem Stellplatz im Ort. Es ist schon recht viel belegt, aber es reicht für uns! Wir stehen quasi direkt vor der Benediktenwand. 

Der kleine und recht einfache Stellplatz liegt am Ortsrand und scheint ein ehemaliger Sportplatz zu sein. Auf den Fall gibt der Boden beim Laufen etwas nach. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Schwimmbad, in das Stellplatzbenutzer den Eintritt ermäßigt bekommen. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 7,00 €

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: 0,50 € pro kWh

Versorgung: im Preis enthalten

Entsorgung: im Preis enthalten

Toilette/Dusche: nein

Bezahlung: am Automaten

Brötchenservice: nein

Reservierung: nein

WLAN: nein

Die Moorwanderung fällt wegen Regen aus. Ob der dritte Programmpunkt morgen stattfinden kann, ist äußerst ungewiss. Es soll etwas länger regnen, was generell und umwelttechnisch keine schlechte Idee ist. Das Ausmaß, das der Regen annimmt, übersteigt aber jegliches Maß. Am nächsten Morgen ist die Benediktenwand einfach weg. Geklaut? Demontiert und woanders wieder aufgebaut? Einfach weg. Es ist trocken für den Moment, für den längeren Moment. Wir entschließen wir uns zu einer Wanderung zum Kochelsee über den Höhenweg. Nach ein bis zwei Kilometern ereilen uns drei Sachen fast gleichzeitig: es fängt an zu tröpfeln, vor uns und mitten auf unserem Weg befinden sich freie Hofhunde und wir haben vergessen das Parkticket für den Tag zu lösen. Wir drehen um, lösen das Ticket und suchen uns einen neuen Weg. Den Regen ignorieren wir. Wir haben zur Sicherheit mal keine Regenkleidung eingepackt, auch keinen Schirm! Alles liegt wohlbehalten in unserer Wohnung. Dort werden sie vor Nässe, Diebstahl und Verlust geschützt! Gute Idee. Der neue Weg führt uns an der Bahnlinie entlang und ist auch ganz in Ordnung. Das Tröpfeln hört auf. Der Kochelsee und der zugehörige Ort reißt uns nicht vom Hocker. Aus den Tropfen, die hin und wieder fein vom Himmel fallen erwächst sich ein ausgewachsener Landregen, der im Laufe des Abends in Starkregen mündet. 

Über Nacht verschwunden: die Benediktenwand!

Nach Benediktbeuern zurück nehmen wir den Bus und kehren so  nass, wie wir sind noch im Klosterstüberl ein. Dort essen und trinken wir in der Hoffnung, dass der Regen aufhört. Keine Chance. Irgendwann machen wir uns dennoch auf den Weg zum Cookie und werden komplett nass. So richtig tropfnass.

Wir verlassen das immer noch wolkenverhangene Benediktbeuern am nächsten Vormittag. Der Regen hat aufgehört oder pausiert einen Moment. Genau lässt sich das nicht sagen. Unser nächstes Ziel ist Füssen. Wir wollen wieder den Stellplatz anfahren, auf dem wir schon im vorletzten Jahr standen. Wir bekommen sogar etwa den gleichen Platz! 

Die Zuständigkeit auf dem Stellplatz haben sich geändert, daher hier noch einmal ein Überblick. Der Platz liegt in einem Gewerbegebiet, in dem so langsam das Licht auszugehen scheint. Beim letzten Mal war noch ein großer Baumarkt um die Ecke. Der ist jetzt dicht! 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 15,00 €

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: 1,00 € pro kWh

Versorgung: im Preis enthalten

Entsorgung: im Preis enthalten

Toilette/Dusche: ja, gegen Aufpreis

Bezahlung: im Restaurant

Brötchenservice: nein

Reservierung: nein

WLAN: nein

Damit sich unser gestriges Erlebnis nicht wiederholt, machen wir zuerst einen Abstecher zum Outlet und decken uns mit Regenjacken ein. Von dort geht es weiter in die Innenstadt – alles zu Fuß. Zum Glück ist es nicht so warm. Die Innenstadt ist voll, unheimlich voll mit Menschen. 

Unsere Wanderung am nächsten Tag ist das genaue Gegenteil. „Auf Schmugglerpfaden“ bewegen wir uns auf der grünen Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Es geht immer wieder steil bergauf und bergab. Die Wege – eher Pfade – sind eng, von Wurzeln untergraben oder felsig. An vielen Stellen muss jeder Schritt sitzen. Das und die wenigen Menschen machen aber auch den Reiz der Tour aus. Anfangs werden wir noch vom Lech weit unten begleitet. Später hören unterhalb unseres Weges Kuhglocken und sind einfach nur froh, dass wir sie nicht sehen – die Glocken und ihre Trägerinnen. Auch von Hofhunden bleiben wir verschont. Wir passieren den Alatsee (hier treffen wir auch tatsächlich auf Menschen und natürlich freilaufende Hunde) und gehen weiter zum Weißensee. Von hier aus fahren wir mit dem Bus wieder nach Füssen. Eine der schönsten Wanderungen, die ich bisher gemacht habe! 

Die Tourdaten und der Link im Überblick:

  • Reine Gehzeit: 3:45 h
  • Entfernung: 10,4 km
  • bergauf: 371 m
  • bergab: 348 m
  • Schmugglerpfad
  • Hinweis: Die schönste Tour unseres Urlaubs!

Linker Fuß in Deutschland, rechter Fuß in Österreich!

Wir müssen langsam wieder Richtung Norden fahren. Unterwegs entscheiden wir uns für den Stellplatz in Bad Urach. Hier ist noch eine Wanderung offen, die wir vor zwei Jahren wegen des Wetters nicht machen konnten. 

Am Stellplatz hat sich nichts geändert. Er ist nicht die Bombe, aber durchaus in Ordnung. Wir hängen ja auch nicht den ganzen Tag vor dem Wohnmobil. 

In der Stadt gibt es auch keine nennenswerten Änderungen. Gefühlt ist es noch ruhiger als vor zwei Jahren, aber das mag auch täuschen. 

Der Stellplatz liegt am Rande des Kurviertels von der Innenstadt gut eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Einkaufsmöglichkeiten habe wir in unmittelbarer Nähe nicht entdeckt. Wohl aber einen Bäcker, wobei hier der Begriff „nah“ relativ zu sehen ist. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 10,00 €

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: inklusive

Versorgung: 1,00 € für 60 l Wasser

Entsorgung: im Preis enthalten

Toilette/Dusche: nein

Bezahlung: am Automaten

Brötchenservice: nein

Reservierung: nein

WLAN: ja

Die Wanderung erweist sich als sehr gut! Wir erklimmen den Wasserfallsteig. Zwischendurch überlege ich, ob es die schönste Wanderung des Urlaubs wird. Aber nein, das bleibt der Schmugglerpfad. Aber diese hier ist nah dran. Direkt zu Beginn kommen wir zum Bad Uracher Wasserfall, der schon ein Erlebnis ist. Viele andere haben auch diese Idee und so wird der Zuweg und die ersten Meter den Wasserfall hinauf zur Tortur. Menschenmassen auf dem Weg bleiben immer wieder stehen, lassen sich fotografieren, Kinder rennen zurück und wieder vor und es ist laut – nicht nur vom fallenden Wasser. Schade. Hinter dem Wasserfall wird es viel besser. Unsere Route führt uns am Rutschenfelsen mit einer gigantischen Aussicht vorbei, gefolgt vom Gütersteiner Wasserfall, an dem Pauli der Fußbadmöglichkeiten seine helle Freude hat. 

Die Tourdaten und der Link im Überblick:

  • Reine Gehzeit: 3:15 h
  • Entfernung: 10 km
  • bergauf: 510 m
  • bergab: 510 m
  • Wasserfallsteig
  • Hinweis: Sehr schöne Tour: Absolut zu empfehlen!  

Bad Urach hat ein Herz für kleine Menschen. Das merke ich auch bei einem Gang durch den Kurpark. Hier wurden die Bänke extra höher gebaut, damit die Beine besser baumeln können. Das ist besonders bequem!

Weiter geht es nach zwei Nächten nach Ladenburg. Mal wieder. 

Der Stellplatz liegt am Ortsausgang. Dahinter gibt es nur noch Felder und irgendwann kommt Heidelberg. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 11,00 €

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: nein

Strom: 2 kWh für 1,00 €

Versorgung: 1,00 € für 80 l Wasser, 0,10 € für 5 l Wasser

Entsorgung: im Preis enthalten

Toilette/Dusche: nein

Bezahlung: beim Betreiber

Brötchenservice: nein

Reservierung: nein

WLAN: ja, kostenpflichtig

Kleines Cookie-Treffen!

Dieses Mal nehmen wir uns ein bisschen mehr Zeit, den kleinen Ort zu erkunden und staunen nicht schlecht! Vor allem aber auch über die Wolkenformationen!

Von hier aus radeln wir nach Heidelberg. Die Stadt ist für mich Kindheitserinnerung. Ein bisschen enttäuscht muss ich feststellen, dass die Zeiten, in denen ich mit dem Benz von Onkel Otto direkt vor das Schloss und das Apothekermuseum gefahren wurde, endgültig vorbei sind. Wir quälen uns durch Menschenmassen in der Fußgängerzone. Viele davon wollen auch zum Schloss hinauf. An der Stelle beschließen wir: Wir nicht! Für Pauli ist der Stadtgang schon sehr anstrengend und er ist froh, am Ende wieder in seinem Hänger gefahren werden zu können. 

Für Chemiker ein Muss: Robert Wilhelm Bunsen

Außerdem verwerfen wir auch unseren Plan, bis zum Abendessen in der Stadt zu bleiben, nur um hier mitten unter anderen tausenden Touristen etwas zu essen. Wir wollen uns in Ladenburg etwas an den Cookie holen. Dies erwies sich allerdings als herbe Enttäuschung. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so schlecht gegessen zu haben…

Ein wieder sehr schöner, erfahrungsreicher und bewahrungsreicher Urlaub!

Eure Kiki

©KS2019

2 Kommentare

  1. Liebe Gerhild, lieberRainer,

    danke für die Reiseeindrücke. Wir haben die interessant vermittelte Urlaubsreise miterlebt. Die Bilder sind großartig!
    Viele Grüße
    Mama und Papa

    Antworten
    • Liebe Mama, lieber Papa, danke! Wir freuen uns, dass euch der Bericht gefallen hat.
      LG Kiki

      Antworten

Trackbacks/Pingbacks

  1. Ab in die Weinberge | https://ohneumweg.de - […] nach unsrem Stopp im Sommer schon vorgenommen. Der Platz (ich habe ihn in unserem letzten Artikel „Von kleinen Reparaturen,…

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ohneumweg verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen