Süßes oder Saures

von | Okt 31, 2017 | Kiki schreibt | 0 Kommentare

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Es klingelt an der Haustür. Leichtsinnig öffne ich sie, obwohl ich es mir gerade mit Tee, Kerzen und Spekulatius (inzwischen sind sie ja wohl erlaubt – habe Mitte September schon einmal daran gedacht, sie zu kaufen, weil das Wetter es hergab. Konnte mich aber gerade noch daran vorbei schmuggeln, ohne eine Packung zu greifen) auf der Couch gemütlich gemacht habe. „Süßes oder Saures“, werde ich vor meiner eigenen Haustür von wildfremden etwa zwölfjährigen Wesen angeschrien und bedroht. Komme ich der Forderung nach, passiert nichts, tue ich dies nicht, muss ich mich darauf gefasst machen. dass unser Haus mit Eiern oder sonstigen Schweinereien versehen wird. Die Nachfahren des irischen Hufschmieds Jack O’Lantern sind wieder unterwegs. Weil er sich mit dem Teufel eingelassen hat, kommt er nicht in den Himmel. Dieser wiederum hat ihm versprochen, dass er nicht in die Hölle kommt und das hält er auch ein. Daher wandert Jack mit einer Kürbislaterne zwischen Himmel und Hölle hin und her. Kein angenehmer Gedanke. Es ist wieder Halloween! Sehr witzig. Ein Fest, das die irischen Auswanderer mit in die Vereinigen Staaten gebracht haben. Von dort kam es dann vor einigen Jahren zu uns – wie so viel… Auch ein Fest, dessen Freude absolut einseitig ist und meinem Humor völlig widerspricht. Da kann ich mit Karneval mehr anfangen und selbst das hat mir einiges abverlangt, als ich vor gut zehn Jahren wieder ins Rheinland gezogen bin. Dabei mag ich sie, die kunstvoll geschnitzten Kürbisse, und liebe das Gemüse in verschiedenen Variationen in meinem Thermomix und auf dem Tisch.

Am gleichen Tag gibt auch noch etwas ganz anderes zu feiern, was immer mehr in die Vergessenheit gerät. Heute ist nicht nur Halloween, heute ist auch Reformationstag und der begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Vor 500 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentür von Wittenberg geschlagen. Sein Wunsch war es, dass die Menschen die Freiheit erkennen, die Gott tatsächlich anbietet. Nur aus Gnade, nur durch Glauben, nur durch die Schrift. Es wandte sich gegen damals herrschenden Ablasshandel in der Kirche und das machte ihn zur Persona non grata. Er wurde als vogelfrei erklärt. Die ganze Geschichte ist zum Beispiel hier nachzulesen. Zugegeben, ich feiere auch diesen Tag nicht. Habe ich noch nie getan und werde auch dieses Jahr nicht damit anfangen.  Inhaltlich liegt er mir aber wesentlich näher als Halloween. Unter anderem  hat er bewegt, dass ich die Bibel lesen kann, ohne auf meine rudimentären Lateinkenntnisse zurückgreifen zu müssen…

©KS2017

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