Stille Nacht, heilige Nacht

von | Dez 26, 2019 | Mein Hundeleben, ohneumweg-zuHause | 2 Kommentare

Ich bin mal wieder dran mit Schreiben. Und um es gleich vorweg zu sagen: Die Bilder sind nicht alle gut. Einige wurden von kleinen Video gescreenshotet (ich hätte das Wort gerne im Duden! Da geht doch bestimmt was, oder?).

Jetzt geht es aber los:

Der Tag beginnt mit einem gemütlichen Frühstück. Weil es Heilig-Abend-Morgen ist, nutze ich das Kantenhockersitztum von meiner Kiki aus und nehme hinter ihr auf dem Stuhl Platz. Von da habe ich einen viel besser Blick auf den gedeckten Tisch und kann gut verfolgen, was so übrig bleiben könnte. Mit meinen Augen versuche ich die Käsestückchen zu hypnotisieren. Vielleicht stürzen sie sich in diesem Zustand auf den Boden und ich würde sie dann retten. Ich würde sie direkt einer höheren Bestimmung zuführen: dem kurzen Verweilen auf meiner Zunge.

Es liegt was in der Luft und damit meine ich nicht nur den Geruch nach Rotkohl und Wildschwein von gestern. Mein Adventskalender ist heute mit einem Geflügelwienerwürstchen gefüllt! Ich wiederhole: Geflügelwienerwürstchen. Die gibt es sonst nur beim Trailen. Ich kann jetzt schon sagen: Heilig Abend geht jeden Tag! 

Aber das ist noch nicht alles: Ich meine eher den unterschwelligen Duft vom Tag nach gestern. Heute also. Es wird mal wieder richtig aufgeräumt und geputzt. Aber nicht die Fenster. Dafür ist es zu kalt und außerdem regnet es ja sowieso dauernd. Das würde sich ganz sicher nicht lohnen. 

 

Dann wird der Baum aufgestellt. Von der Nische im Schlafzimmer ins Wohnzimmer vor die große Fensterwand. Unser Baum ist ja immer weiß. Und er muss nicht jedes Jahr neu sterben. Umweltpolitisch voll im Trend und klimakonform. Sehen wir mal von den Teelichtern ab. Daran müssen wir noch arbeiten. Also, der Baum wird auf seinen kleinen Tisch gestellt. Weil der Tisch nicht mehr so frisch aussieht und auch weiß ist, kommt noch eine Decke drunter. Das sieht dann wohl besser aus. Kontrast verbessert in dem Fall die Optik. Dann der Schmuck dran: Teelichter – wie schon erwähnt, Lichterkette, Sterne, Holz- und andere Hänger. Später fällt meinem Rainer auf, dass gleich zwei Schildkröten am Baum hängen und kein Hund. Ich überprüfe das auch direkt: Die richtige Schildkröte hängt nicht. (sie ist auch viel zu schwer und würde dem Baum eine komische Ausrichtung geben.) Weil das Schmücken jedes Jahr irgendwie gleich ist, geht das inzwischen recht fix. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass der Baum eher eine geringe Größe hat. Man könnte auch sagen: Er ist klein. Sehr klein. Aber reicht auch für die Menge an Geschenken. Stellt euch vor, wir hätten einen riesigen Baum und nur die wenigen Geschenke. Das kann ja nicht gut aussehen… Außerdem sind wir auch alle nicht so groß. Irgendwie muss ja alles zusammen passen. 

 

Unser Baum hat noch nie ein Gedicht gehört. Noch nie stand mein Rainer daneben und hat sowas gesagt wie „Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen…“ oder „Haus und Straße sind verlassen…“ Ich glaube, er kennt die Gedichte gar nicht.

Mein Rainer deckt den Tisch – für vier und richtig festlich. Er nimmt das gute Porzellan und Besteck. Sogar die teuren Gläser kommen auf den Tisch. Die, die nicht in die Spülmaschine dürfen! Meine Kiki probiert sich am Nachtisch und den Semmelknödeln. Traditionell eben.

Später verlassen die beiden die Wohnung, um der Christvesper beizuwohnen. Im Gegensatz zum letzten Jahr liegen in diesem Jahr keine Geschenke unter dem Baum, die ich schon mal öffnen könnte. Hier ein kleiner Rückblick (bestimmte Dinge dürfen einfach nicht vergessen werden):

Zur Erklärung: Das Paket hätte schon am 1. Dezember geöffnet werden müssen. Es war nämlich ein Adventskalender drin. Ich war also gar nicht zu früh, Kiki und Rainer waren zu spät. irgendwie doof, einen Adventskalender erst am 24. Dezember zu öffnen… Da hätten sich mich mal früher dran lassen sollen! Es gibt ja den Spruch: Lass den Terrier mal machen! Gibt es den nicht? Dann gibt es ihn jetzt: LASS DEN TERRIER MAL MACHEN! ©Pauli

Nach schon ganz kurzer Zeit sind sie wieder da und wir holen endlich die Geschenke. Zum Glück ist dem Baum in der Zwischenzeit nicht schlecht geworden. Er steht noch! Alle werden um den Baum herum drapiert. Teilweise sind sie mit der Post gekommen. Von weit her. Ganz weit. Mein Job für die nächste Zeit: Bewachen der Geschenke. Einer muss den Job ja machen… 

Dann kommen meine Großeltern und bringen noch mehr Geschenke und Suppe. Noch mehr zu Essen. Die Menschen haben echt die Ruhe weg. Keiner denkt auch nur im Traum daran, die ganzen Päckchen zu öffnen. Die setzen sich ernsthaft an den Tisch und essen erstmal in aller Ruhe die Suppe, Knödel, das Rotkohl und das wilde Schwein. Zum Glück essen sie den Nachtisch erst später. Das wäre mir echt zu viel geworden.

Um mich ein bisschen milder zu stimmen bekomme ich auch einen kleinen Heilig-Abend-Snack. Zur Entstehung: Leberkäse aus Keksaussteckerformen. Die hat meine Kiki noch aus ihrer Puppenküche übrig – nur den Knochen nicht. Damals wurden sie vom Nikolaus gebracht. Der Knochen ist neu! Recht weihnachtlich. Die Kekse sind aus Kokos.

Mehrere Male muss ich bei den Päckchen eingreifen. Eines will immer ausbüchsen, ich bekomme es aber immer noch zu fassen und dann wird es an seinen Platz gestellt. Endlich erheben sich die Menschen und bewegen sich an den Weihnachtsbaum. Woher kommt eigentlich der Ausdruck „unter den Baum“? Bei uns passt niemand drunter. Schneidet ihr die Zweige alle ab? Die Geschenke werden ausgetauscht und jedes Mal neu wünschen sie sich frohe Weihnachten. Ich glaube, sie sind echt vergesslich geworden. Meine Ausbeute ist echt ganz ordentlich: Ball, Kekse, Bär, Schnüffelteppich, was fürs Sparbuch ( habt ihr auch ein Sparbuch????) und nochmal Kekse. Ich packe terriermäßig aus. Welch ein Spaß und welche Freude! 

Weihnachten ist echt anstrengend und ich bin ganz schön unter Strom. Es fällt mir schwer, zur Ruhe zu kommen. Völlige Überflutung. Aber so ist das. Heilig Abend ist ja nicht jeden Abend…. Schade eigentlich!

Wie waren denn eure Weihnachten? Schreibt es doch in die Kommentare!

Euer Pauli

 

©Pauli2019

2 Kommentare

  1. Lieber Pauli,

    sehr turbulente Weihnachten hast du da beschrieben. So ist das Leben als (und mit) Terrier. Niemals ist es langweilig und das ist auch gut so! Ein schöner Bericht!

    Alles Liebe Lilo

    Antworten
    • Danke, liebe Lilo! Wir hoffen , du hast auch schöne Weihnachten erlebt!
      Fröhliche Grüße von
      Pauli

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