Rügen – eine Hochzeitsreise

von | Apr 14, 2007 | ohneumweg-unterwegs | 0 Kommentare

Der Artikel enthält unbezahlte Werbung, da Namen genannt werden.

Es geht am 2. April um 6.25 Uhr – mitten in der Nacht also – mit dem Zug ab Bad Godesberg los Richtung Rügen, wo wir bei wunderschönem Wetter um 15.21 Uhr in Binz ankommen. Ein super Sonnentag: sSt. Bis uns der Bus auf die Mönchgut-Halbinsel bringt, haben wir noch ein bisschen Zeit und können uns die Innenstadt von Binz anschauen….

Touristen, soweit das Auge reicht! Naja, wir gehören ja dazu ;) Leider bringt uns der Bus nur bis Middelhagen und von dort bis zur “Pension Philipp” (hier ein kleiner Werbeblock: www.pension-philipp-ruegen.de) sind es nur gut 45 – in Worten fünfundvierzig – Minuten zu Fuß. Und das bei dem bisschen Gepäck, was wir dabei hatten. Naja, das Wetter ist genial – wie schon gesagt und das sollten wir besser nutzen! Unser Zimmer mit Miniküche und Bad in der Pension ist toll, die Besitzer sehr nett. Das Abendessen am ersten Abend nehmen wir in “Kliesow´s Reuse” zu uns. Einen sehr genialen Fischteller in Bärlauchsoße: Zander, Dorsch, Lachs. Ob Ihr es glaubt oder nicht: um 21 Uhr liegen wir beide schlafend im Bett – wirklich schlafend – den ersten Abend unserer Hochzeitsreise ;)

3. April – der Tag beginnt bewölkt und vor allem eiskalt! Wirklich kalt. Es sind nur 5°C. Das ist schon sehr wenig und es windet sehr stark. Unser Weg führt uns heute erstmal nach Göhren – eigentlich mit dem Bus, aber dann irgendwie doch zu Fuß.

Eine sehr schöne kleine Wanderung führt uns durch einen wunderschönen Wald ins “Ostseebad Göhren”, wo Rainer sich erst mal eine neue Jacke gekauft hat – Gerhild wird sich im Laufe des Tages hier auch eine kaufen und Rainer noch eine! Ganz guter Schnitt: Drei Jacken pro Tag… Da werden wir wohl für die Rückfahrt einen Koffer aufgeben müssen, oder ein Paket nach Hause schicken… Immerhin müssen wir noch ein Geburtstagsgeschenk für Tordis kaufen und ein Dankeschöngeschenk für die, die auf Sir Paddington aufpassen ;) Von Göhren führt uns unser Weg nach Sellin und von dort wieder nach Göhren – wegen der bereits erwähnten Jacken ;) Man sagt ja, dass Ehepaare sich im Laufe der Zeit immer ähnlicher werden… Rainer und ich sind jetzt zwei Tage verheiratet und haben Jacken in gleicher äußerer Form, aber in unterschiedlichen Farben!!! Der Tag ähnelt in der Form dem gestrigen, dass wir wieder tot müde sind und schon überlegen, wieder um 21 Uhr ins Bett zu gehen… Zum Ende des Tages lässt sich die Sonne sogar nochmal blicken, ihre Strahlen huschen am Küchenfenster vorbei…. ;)

4. April – strahlender Sonnenschein (sSt ;) ) Und schon deutlich wärmer als gestern. Genau der richtige Tag, eine Wanderung bis zum Ende der Landzunge Reddevitzer Höft zu unternehmen, auf der sich auch unsere Pension Philipp befindet. Nach ausgedehnt-reichlichem Frühstück schaffen wir den Aufbruch gegen 10:30 Uhr und sind schon nach ca. 70 min. – zahlreichen Küssen und Fotos unterwegs – am Ziel (schneller als wir vermutet hatten). Auf dem Rückweg gibt es dann in einem Ausflugsrestaurant noch eine heisse Schokolade (weil der Wind doch trotz der Sonne ganz schön kalt war) und einen Cappuccino. Danach dann ab zum Bus, auf den wir aber im ziemlich heruntergekommenen Wartehäuschen in Alt-Reddevitz doch noch eine Weile warten müssen. Auf nach Groß Zicker, das wir nach ca 15 min Busfahrt erreichen. Das riesige Hafengelände und die Hafenarchitektur beeindrucken uns stark ;) Nach einer Essgelegenheit suchend durchstreifen wir den Ortskern mit sehr vielen Reetdachhäusern. Die einzige Attraktion im Ort, das Pfarrwitwenhaus, wird während unserer Suche von einer durch das Dorf rufenden Kleingruppe heimgesucht ;) Letztlich werden wir in Sachen Mahlzeit doch an dem Hotel fündig, das wir anfangs schon erspäht hatten. Pommes und ein Schwarzbier dazu (nein, nicht die Pommes IM Schwarzbier ;) ) können doch sehr lecker sein, wenn man hungrig ist… Wieder zurück mit dem Bus erspähen wir in Middelhagen einen Töpferladen, die aber Ware leider nicht nachhaus versenden und sich so Umsatz entgehen lassen. Zurück in der Pension haben wir die Absicht, das Hörbuch “Im Zeichen der Liebe” von Frank Schätzing zu hören, schlafen dabei aber beide

ein ;) Abends geht’s dann ins Hotel Seeblick zum Essen, leider bleibt uns der Seeblick aber wegen der längst eingebrochenen Dunkelheit verwehrt. Wir essen wieder Fisch, der u.a. mit einer halben Zitronescheiben garniert ist, diese rührt meine Frau aber nicht an, überlegt sich aber laut, ob sie sich die Zitronescheibe nicht einpacken lässt ;) Ich schaue (wie mir meine Frau später sagt) sehr entsetzt und bin erstaunt, wen oder was ich denn da vor einigen wenigen Tagen geheiratet habe … ;) Es ist jetzt schon 22:10 Uhr, Gerhild hat soeben ihren zweiten Babysocken zu Ende gestrickt.( nein, sie ist NICHT schwanger ;) ) Wird scheinbar jetzt doch jeden Abend etwas später, bevor wir uns ins Bett begeben…

5. April! Heute wieder sST und wir machen uns auf den Weg zu den Kreidefelsen. So ganz wissen wir nicht, was uns erwartet und wir haben nur ein Bild von Kaspar David Friedrich im Kopf und das, was wir auf sämtlichen Bildern und in sämtlichen Prospekten gesehen haben.Unterwegs sind wir natürlich wieder mit dem Bus und

kommen gegen 13:00 Uhr am Königsstuhl an. Dank unserer Rügen-Card haben wir freien Eintritt in das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl und können dort auch gleich einen sehr gut umgesetzten Film über den Nationalpark Jasmund sehen. Danach machen wir uns auf den Hauptwanderweg Richtung Sassnitz, durch einen mächtigen Buchenwald vorbei an der Viktoria-Sicht und den “Wissower Klinken” – eine sehr beeindruckende und zu empfehlende Tour, auf der man Gottes wunderbare Natur nochmal auf eine ganz andere Weise erleben kann. Nach ca. 8 km kommen wir dann doch etwas erschöpft an einer Bushaltestelle an und können wenige Minuten später bereits den Bus Richtung Middelhagen nehmen. Ein sehr schöner Tag !!

Freitag, 6. April (Karfreitag). Diesmal ist es morgens stark bewölkt und die Wolken ziehen ihren Weg am Horizont. Erneut schaffen wir es, uns nach einem ausgedehnten gegen 10:30 Uhr Richtung Baabe und von dort mit dem Bus weiter nach Prora durch zu schlagen. Dort erwarten uns die Imposanten KdF-Bauten aus der NS-Zeit, eine über eine geplante Länge von 4 km erbaute Reihe von jeweils 500 m langen sechsgeschossigen Gebäuden. Heute befinden sich in einem kleinen Teil dieser Gebäude Museen und Cafés. Wieder ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Zurück am kilometerlangen (!) Strand entlang führt uns unser Weg nach Binz und von dort mit dem Bus zuürck nach Middelhagen. Abends verschlägt es uns zum Abendessen in die Oase, wo wir eine Fischpfanne zu uns nehmen, die diesen Namen auch verdient hat. Frischer Fisch gehört mit zu den leckersten Dingen auf dem Erdenrund, die man zu sich nehmen kann ;)

Samstag, 7. April ist es auch morgens wieder bewölkt und bleibt es auch größtenteils. Dabei ist es leider ziemlich frisch und eiskalt windig. Trotzdem machen wir uns gegen 10:40 Uhr auf zum Bio-Bauernhof auf der Landzunge, auf der wir auch wohnen. Nach dortigem Einkauf für die Versorger, die unserer Schildkröte Unterschlupf gewähren, machen wir uns dann erst gegen Mittag mit dem Bus auf Richtung Bergen, wo wir bisher noch nicht waren. Dort finden wir hinter der Marienkirche ein paar Schauwerkstattläden, davon einen, der so ist, wie Gerhild sich ihren Traumladen vorstellt : selbstgemachte Kinderkleidung ;) Von Bergen geht es wieder per Bus weiter nach Binz, wo wir das tun, was ursprünglich für Bergen vorgesehen war: shoppen ;)

Sonntag, 8. April (Ostersonntag). Diesmal ist es komplett zugezogen und wir machen uns später als gewöhnlich auf die Socken. Zunächst geht es zu Fuß nach Göhren bei noch trockenem Wetter. Von dort weiter mit dem Bus nach Binz, wo leider das Haltewunschsignal scheinbar eine Art Wackelkontakt hatte, so dass es uns eine Station zu weit verschlagen hat -> Rückmarsch von ca. 15 min. Dann endlich am ursprünglichen Halt, dem Binzer Kleinbahnhof angekommen, haben wir zunächst Mühe, unseren Wanderweg zum Jagdschloss Granitz, unserem Tagesziel zu finden. Als es dann gelingt, fängt es auch gleich an zu regnen, der Regen wird im Laufe des Tages immer stärker, und so können wir den eigentlich schönen Wanderweg nur halb geniessen. Nach ca. 9 km am Jagdschloss angekommen, inspizieren wir die Möglichkeiten einer Einkehr, um uns bei Kaffee und Kuchen zu stärken, das misslingt leider wegen mangelnder Platzkapazitäten, will sagen die “Alte Brennerei” in den urigen Schlossgewölben ist einfach nur völlig überfüllt mit Touristen, wie wir sie letztlich ja auch sind ;) Dann machen wir uns auf den Rückweg, immer noch bei Regen und verpassen dabei den stündlichen Bus um ca. 2 min., was uns dann zum “Granitzgrund” verschlägt und wir fühlen uns dort ca. 30 Jahre zurückversetzt. Den nächsten geplanten Bus erreichen wir dann, dieser ist aber wegen des ziemlich bescheidenen Wetters völlig überfüllt, der wirklich nette Busfahrer lässt uns aber trotzdem noch einsteigen, worüber wir dann sehr erfreut sind. Von Middelhagen geht es dann wieder zu Fuß die letzten wenigen Kilometer in Richtung Pension, wo wir ziemlich verfroren ankommen. Aber nasse Jacken trocknen prima an einer Heizung und nichts ist schöner, in trockene Sachen zu schlüpfen.

Montag, 9. April (Ostermontag) Gegen 10:45 Uhr geht es bei wolkenverhangenem Himmel erneut per pedes los in Richtung Baabe, wo wir den “Rasenden Roland” erreichen wollen, um mit diesem bis Putbus zu fahren. Tatsächlich erreichen wir unseren von einer Dampflokomotive angetriebenen historischen Zug. In Putbus angekommen, werfen wir zunächst einen Blick auf den sogen. “Circus”, eine historische, von Fürst Malte zu Putbus Kaiser Wilhelm I. zu Ehren angelegte kreisrunde Parkanlage, an deren jeweiligen Wegenden klassizistische Bauten errichtet sind. Danach geht es weiter zur Orangerie und von dort zum Puppen- und Spielzeugmuseum, wo wir uns nach dem Museumsbesuch im angegliederten Café erst mal durch Kaffee und Kuchen stärken und während wir noch eine Zeit bis zur Rückfahrt mit dem rasenden Roland herumbekommen müssen, strickt Gerhild munter und fleißig Socken und erntet dabei aufmunternde Worte der Bedienung und einiger Gäste ;) Die Rückfahrt mit dem “Rasenden Roland” gestaltet sich unproblematisch (wenn man von den z.T. Langweilenden Unterhaltungen der anderen Fahrgäste absieht ;) ). Von Binz geht es dann mit dem Bus nach Baabe. Als wir wie geplant dort aussteigen, kommen wir in einen heftigen Regenschauer und somit dann leider recht durchnässt in der Pension an.

Dienstag, 10. April. Nachts hat es stark geregnet, aber gegen 10:30 Uhr kommt dann die Sonne etwas heraus. Heute sieht unser Plan erst gegen Mittag ein Loswandern in Sachen Lebensmittel für die Fahrt und das Abgeben der Pfandflaschen vor. Wir machen uns bei sehr windigem, aber trockenen Wetter wieder mal zu Fuß auf den Weg nach Baabe, danach dann zu diversen Supermärkten und auch dem Jack Wolfskin Store in Sellin, wo Gerhild ihre Traum-Winter-Allzweck-Jacke findet, sozusagen die Universalwaffe gegen jedwedes Wetter ;) Schließlich geht es dann erneut per pedes (ca. 4km) zur Pension zurück. Am späten Nachmittag machen wir uns nochmal zu einem Bio-Bauernhof “Strandburg” auf der Landzunge auf, um dort noch Liköre käuflich zu erwerben – natürlich nicht ohne vorher jeden Likör auch gekostet zu haben ;)

Hier enden aus zeitlichen Gründen die Aufzeichungen…

©KS/RS2007

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