Pfingsten unter Strom

von | Jun 2, 2020 | ohneumweg-unterwegs | 0 Kommentare

Der Artikel enthält unbezahlte Werbung, da Namen genannt werden.

Über Pfingsten mit dem Wohnmobil wegzufahren, haben wir uns bisher oft verkniffen. Eben deswegen, weil alle Welt unterwegs ist. Dieses jahr ist das aber anders. Es ist zwar immer noch alle Welt unterwegs, aber wir wollen uns eine Fahrt in diesem Jahr auf keinen Fall entgehen lassen. Auch deswegen, weil wir so lange die Füße und Räder still halten mussten. Wir fahren auch mit defekter Batterie. Allerdings brauchen wir dann unbedingt einen Platz mit Stromanschluss. Das macht es nicht einfacher. Viel ist schon belegt. An der Stelle müssen wir aber auch zugeben, dass wir recht spät angefangen haben zu suchen. Schließlich finden wir einen Winzer in Rheinhessen, der noch Plätze hat und Strom anbietet. Die Anmeldung erfolgt coronamäßig mit Angabe der Kontaktdaten.  

Das Packen nimmt ein bisschen mehr Zeit in Anspruch, weil wir das erste Mal die Fahrräder mitnehmen und den Träger noch ein bisschen ausrichten müssen. Man hätte es vorher machen können, muss man aber nicht…

Die Fahrt verläuft recht flüssig. Lediglich bei dem Wechsel auf die A61 staut es sich ein wenig. Pfingsten ist auch nicht mehr das, was es mal war. 

Laut Anmeldung gibt es nur auf diesem Platz Strom und darauf sind wir ja aus bekannten Gründen noch angewiesen. Nächste Woche wird sich das ändern!

Der Wohnmobilstellplatz auf dem Winzerhof Schnabel liegt am Rand des Ortes Gau-Bickelheim. Vom Platz aus hat man einen herrlichen Blick auf die Weinberge. Hier haben etwa 20 Wohnmobile Platz. Der Untergrund ist eine ebene Wiese. Der Platz liegt an einer Bahnlinie für den Personenverkehr. Zweimal in der Stunde fährt ein Zug – der ein hin, der andere zurück. Lautstärkemäßig kein Problem für uns. Nachts ist Ruhe. Aus der Entfernung hört man das Rauschen der Autobahn. Da muss man aber sehr still sein, um das zu hören.

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 10,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene (beim Kauf von 6 Flaschen Wein steht man 2 Tage kostenfrei) 

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: keine

Strom: 5,00 €/Tag

Versorgung: inklusive 

Entsorgung: inklusive

Müll: Entsorgung vorhanden, Müll wird getrennt entsorgt

Toilette/Dusche: vorhanden

Bezahlung: bar (bei Weinkauf mit Karte)

Brötchenservice: nein (nicht weit entfernt ist eine Bäckerei, die allerdings an Sonn- und Feiertagen geschlossen hat)

Reservierung: ja

WLAN: ja, haben wir aber nicht genutzt

Glücklich, dass wir gut angekommen sind, stoßen wir zunächst auf das Ende von Rainers Probezeit an. Wirklich ein Grund zu feiern! Und dann auch noch in so schöner Umgebung.

Anschließend nötigt Pauli und zu einer kleinen, wirklich sehr kleinen Runde durch die Weinberge. Eigentlich will der kleine Mann viel lieber im Strada chillen. Wir haben nichts dagegen.

Den nächsten Morgen lassen wir gemütlich angehen. Nach dem Frühstück erkunden wir zunächst den Ort, das ist allerdings schnell geschehen. Es gibt hier eine Bioschweinothek und wir können uns gut vorstellen, das Abendessen mit ihren Waren zu bestreiten. Ausverkauft. Kein Schwein mehr da. Dann bleibt es wohl bei Pellkartoffeln mit Sour Cream. Es ist ja nicht so, dass wir nicht vorbereitet wären. 

Wir schließen eine Runde durch die Weinberge an.  Der Wißberg ist der hiesige Ort, das die edlen Tropfen liefert. Es ist sehr sonnig und auch sehr windig. Wir gehen einmal in einem relativ großzügigen Bogen um die Kreuzkapelle herum. 

Um 16 Uhr haben wir tatsächlich einen Termin. Es steht eine Weinprobe an. Schon bei der Anmeldung werde ich darauf aufmerksam gemacht und ermutigt mit Rainer daran teilzunehmen. Pauli ist kein Hinderungsgrund. Er kann gerne mitkommen. Und auch etwas zu Essen.

So machen wir uns mit Kräckern und Wasser für Pauli auf den Weg und haben einen Platz mit Abstand neben Campern aus Marburg. Hier führen wir die Nachbarschaft vom Stellplatz fort. Gemeinsam mit anderen bekommen wir verschiedene Weine mit Maske serviert –

ganz den Coronavorschriften entsprechend bedecken die Ausschenkenden ihren Mund und ihre Nase. Erst weiß, dann rot – also der Wein…

Der Wind bläst immer noch. Das macht es nicht leicht, die Erläuterungen zu den verschiedenen Weinen zu verstehen. Pauli macht seine Sache relativ gut. Es ist seine erste Weinprobe und zu Beginn scheint er dies auch anmerken zu müssen. Dass ein anderer Hund ebenfalls mit seinen Menschen anwesend ist, scheint ihn zu verwirren.

Am Ende der Weinprobe haben wir einige Kisten auf dem Zettel. Darunter auch einen Regenten, den wir eigentlich nur wegen der Bezeichnung unseres Strada probieren wollen. Er hat gar keine Chance nicht zu schmecken.

Den Sonntag nutzen wir für eine Radtour durch die Rheinhessische Schweiz. Ein Schild macht uns darauf aufmerksam. Bisher war mir nicht bewusst, dass sie existiert. Aber wahrscheinlich hat nahezu jede Gegend ihre Schweiz. Pauli wird im Hänger von Gau-Bickelheim über Wallertheim, Schimsheim, Flonheim, Wendelsheim und Eckelsheim nach Wöllstein gezogen. Hier gibt es Eisdielen. In zumindest einer wollen wir uns stärken. Die Tour verläuft leider wenig über Radwege, dafür sind die Straßen aber nicht viel befahren. Von Wöllstein aus fahren wir nach Gau-Bickelheim und machen so die Runde komplett: 26 km.

Die spätgotische Bellerkirche bei Eckelsheim. 

Unser Essen fotografiere ich in der Regel selten – zumindest in einem Restaurant. Dieses Eis hat aber eine Besonderheit. Seit der Schließung der Restaurants besuchen wir heute das erste Mal wieder eine Eisdiele und nehmen das Eis dort sitzend zu uns. Bisher haben wir uns die Speisen (ja, auch Eis!) immer nach Hause geholt. Es geht wieder coronakonform zu. Wie in ganz edlen Lokalen müssen wir auf Einlass auf die Außenterrasse warten. Wir geben unsere Adresse und Telefonnummer an, damit wir im Falle des Hauptgewinns auch informiert werden können. 

Mit einem „Spaghettieis im Sahnebett“ kann man nichts falsch machen. Und tatsächlich, es schmeckt vorzüglich.

Pauli ist vom Hängerfahren sehr müde. Der kleine Copilot macht seinen Job wirklich hervorragend. Immer auf Zack. Man könnte ja was verpassen. Er schläft unter dem Tisch, während wir unser Eis genießen.  

Mal wieder eine sehr schöne Tour mit vielen guten Eindrücken, Erlebnissen und Bewahrung! Auch wenn wir nur wenige Tage unterwegs waren und gar nicht weit gefahren sind, es ist immer Erholung pur. Das Einleben fällt so leicht, weil ja immer das eigene Bett dabei ist. Für Pauli scheint es auch perfekt zu sein. Zumindest ist er im Wohnmobil – früher im Cookie und auch jetzt im Strada – sehr entspannt. Er genießt die Zeit mit uns und wir mit ihm. 

Wie seid ihr unterwegs? Auch mit Hund? Findet ihr das Wohnmobilreisen auch so entspannt? Schreibt es doch in die Kommentare.

©KS2020

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