Müllern im Müllerthal

von | Okt 13, 2012 | Mein Hundeleben, ohneumweg-unterwegs | 0 Kommentare

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Reisetag

Meine Kiki hat am Freitag Ferien bekommen und mein Rainer Urlaub. Sie haben sich beide gefreut und dann ging die Hektik zu Hause los. Es wurde gepackt, geräumt und viel gesprochen. Ich habe die Welt nicht richtig verstanden, aber muss ich ja auch nicht … Am Samstag haben wir Paddy zu den Eltern von meinem Rainer gefahren (der wohnt da jetzt im Bad) und gleichzeitig die Einraumwohnung abgeholt. Die braucht man in den Ferien wohl immer. Komisch, wir haben doch eine so schöne Wohnung mit vielen Räumen. Naja, so langsam lerne ich ich das Menschenleben kennen. Heute ging es dann richtig los. Es standen auf einmal ganz viele Kisten im Flur und in den Kisten waren Kleidung, Lebensmittel, meine Sachen und und und. Die Kisten landeten nach und nach im Auto und im Wohnwagen. Und ich landete auch im Auto. Für mich ist in meiner Kiste immer noch Platz. Nach recht kurzer Zeit waren wir schon da, in Berdorf/Luxemburg (Camping Martbusch – www.camping-martbusch.lu).

Der Campingplatz Martbusch liegt am Rande des Ortes Berdorf direkt am Wald. Eine Pforte lässt und diesen auch direkt betreten. Neben einer Reihe Dauercamper gibt es auch eine große Fläche für Touristen. Während der Nebensaison ist die Anmeldung kaum besetzt, es scheint aber auch keine besonders große Rolle zu spielen, ob man angemeldet ist oder nicht. Das saubere und geheizte (!) Duschhaus ist offiziell nur zeitweise geöffnet. Geduscht wird ohne Marken, jeder so lange er/sie will ;) Für Hunde zahlen wir 2,50 € am Tag, was wir zu viel finden. Aber eine Alternative gibt es nicht. Strom wird pauschal abgerechnet, keine Möglichkeit, Energiekosten zu sparen… In der nahegelegenen Minigolfanlage kann man Brot und Brötchen für den Folgetag bestellen. Abholen kann man die Ware an der Anmeldung des Campingplatzes. Alles in allem ein sehr schöner und auch wieder ruhiger Campingplatz. Wir kommen gerne wieder – das aber auch wegen der tollen Gegend!

Hier haben wir unsere Einraumwohnung abgestellt. Wobei man sagen muss, dass sie jetzt eher eine Zweiraumwohnung ist, denn vor der Tür ist ein kleiner Raum, den wir extra drangebaut haben. Der Raum ist aus Plastik und wirklich nutzen tun wir ihn nicht. Aber das gehört wohl auch zum Menschenleben.

Berdorf ist in der Kleinen Luxemburgischen Schweiz – Region Müllerthal – und die ist extrem schön. Das hat meine Kiki vor dem Urlaub immer schon gesagt und das haben wir uns dann auch gleich mal angeguckt. Direkt hinter unserem Campingplatz geht es los und man kann sehen, wie schön es ist. Es ist echt sehr schön. Morgen mehr davon. Ich bin müde und muss schlafen!

Montag

Die Nacht war extrem schattig. Mein Rainer – unser Wetterfrosch (ich glaube, wir sind in Wirklichkeit ein Zoo) – hat eine kleine Wetterstation dabei und er hat heute Morgen gesagt, dass es sogar unter Null Grad war. Das habe ich noch nie erlebt. Heute kommen noch Jötte und Stefan kommt auch, aber wir wissen nicht, ob er heute oder morgen oder irgendwann kommt. Das hat er nicht gesagt. Ich habe auf jeden Fall schon mal den Platz für die beiden reservierend markiert. Direkt neben uns, der Freundschaft wegen.

Das „Hallo“ war groß, als Jötte kamen. Ich muss zugeben, dass ich müde war von der Wanderung, die wir zuvor gemacht haben. Die hat mich sehr beeindruckt. So eine Gegend habe ich noch nie gesehen. Wir sind zwischen Felsen hindurch gelaufen. Meist war rechts neben uns eine große Felsmauer, mehrere Meter hoch. Ein Mann hat versucht eine Abkürzung zu nehmen. Der ist die Mauer hoch, wir blieben auf dem Weg und sind außenrum gegangen. Das war richtig so. Mein Rainer hat ganz viele Fotos gemacht und die Schönheit so festgehalten. Zumindest hat er es versucht. Bilder geben ja immer nur einen Teil der Wirklichkeit wieder. Oha, ich werde Philosoph…

Also, ich war müde von der Wanderung

und habe ein bisschen geschlafen.

Meine Kiki und mein Rainer haben den zweiten Raum benutzt und einen Tee getrunken. Dann kam ein großes weißes Auto und darin saßen Jötte. Ich habe mich so gefreut. Freunde ganz weit weg von zu Hause, das ist schön! Die Freuen haben einen Tee getrunken und die Männer Bier. Alle Männer!

Wir haben ihnen dann auch sehr schnell gezeigt, wie schön es hier ist und dabei ist ein Bild von meiner Kiki, meinem Rainer und mir gemacht worden.

Dienstag

Nach dem Frühstück in Jöttes Einheit sind wir wieder zu einer Wanderung aufgebrochen. In Jöttes Einheit ist es so, dass auf dem Boden ein kuscheliger Teppich ist und das kommt mir sehr entgegen. Das fehlt in unserer Einheit. Aber wir haben ja auch eine andere Einheit als Jötte. Unsere ist auch cool. Manchmal auch kühl, besonders am Boden… Aber da muss man sich ja nicht aufhalten. Zurück zur Wanderung: sie war noch viel schöner als die am Montag. Der Wanderweg war ein riesiger Abenteuerspielplatz. Kleine Bäche, Felsen und Brücken. Ich bin ein Brückenhund – die Brückenkurse haben sich gelohnt ;-)! Das hat großen Spaß gemacht. Sehr großen Spaß! Einmal bin ich auch kurz ins Wasser gegangen. Aber wirklich nur kurz, denn es ist doch schon ziemlich kühl. Der Sommer ist halt vorbei. Mein Rainer hat wieder jede Menge Fotos gemacht.

Deswegen mussten wir ganz oft auf ihn warten. Naja, wir haben ja Urlaub und damit Zeit. Und meine Kiki hat sich wieder irre gefreut, als sie bei meinem Picknick einen Zahn von mir in der Futterdose gefunden hat. Soll sie, wenn es glücklich macht. Ich kann da unterstützend einwirken. Es handelte sich um einen Backenzahn.

Mittwoch

Ich glaube, wir haben Abenteuerurlaub gebucht. Oder zumindest machen wir einen. Das ging schon beim Frühstück los. Das gab es wieder in der Einheit von Jötte – nur nicht für mich, aber die anderen hatten wohl großen Hunger. Ich habe mich derweil mit einem Loch im Boden beschäftigt, aus dem warme Luft kam. Das habe ich auch noch nicht erlebt. Bevor wir heute gestartet sind, hat Jörg wieder seinen „schwarzen Ritter“ in Miniaturformat rausgeholt. Damit hat er alle Krümmel vom Boden auch meine Hinterlassenschaften – wir sprechen von meinen Haaren – aufgesaugt. Das macht der Jörg wohl gerne, denn es sollen noch andere Tage folgen, an denen das Gerät zum Einsatz kommt. Jörg war jeden Tag dran mit Putzen….

Heute ging es wieder zu einem Abenteuerspielplatz. Jörg sucht uns immer tolle Wege aus. Er hat so ein kleines Gerät, wo bunte Bilder drauf sind und die zeigen, wo es lang geht. Das ist schon irre, was die hier für Wälder haben. Da ist unser Kottenforst nichts dagegen. Aber dafür trifft man dort Hunde, die fehlen hier vollkommen.

Heute waren wir in einem Stück, wo man Hunde frei laufen lassen konnte – oder zumindest stand nirgendwo ein Verbotsschild. Ich bin zwischen allen immer hin und her gelaufen. Das war ein Spaß. Vor und zurück, zurück und vor. Da die Tour heute etwas länger war als die gestern, bin ich ab und zu getragen worden. Aber da haben meine Kiki und mein Rainer auch ganz schön gekeucht, weil es so bergauf ging. Ich habe mich ordentlich auf meine Art und Weise bedankt. Das muss schon sein. Ich bin ja auch kein Fliegengewicht mehr. Immerhin bringe ich schon mehr als sechs Kilo auf die Waage. Pause haben wir vor einem Bäckerladen gemacht. Ich durfte nicht rein, aber draußen war es auch ganz schön. Meine Kiki hat eine Toilettenrolle besorgt und ich habe schön spielen können.

Einmal wollten die mich auch in den Rucksack stecken, aber das geht ja gar nicht! Ich bin doch keine Wasserflasche oder Jacke oder Brotdose. Ganz am Ende hat mein Rainer mich durch eine ganz schmale Schlucht hoch getragen. Rechts und links waren Felswände. Und wir mussten auch über eine Leiter. Das hat er echt gut gemacht, mein Rainer. Für ihn war das sicherlich auch anstrengend.

Als wir dann abends wieder zu unseren Einraumwohnungen kamen, stand da die blaue Einraumwohnung von Stefan. Und Stefan war auch da! So eine Freude. Stefan ist da und seine Einraumwohnung auch. Jetzt hat auch jeder eine Einraumwohnung und wir stehen alle nebeneinander.

Ob alle Menschen mit Einraumwohnungen vereisen? Ich glaube inzwischen, dass das so ist. Ist ja auch enorm praktisch, denn man immer ein Teil seines Zuhauses dabei und ist auch in der Fremde nicht fremd.

Donnerstag

Die Nacht war wieder schattig. Es war nur knapp über Null Grad. Ob das so sein muss, ist noch die Frage… Bei uns drinnen war es aber warm genug. Immerhin 6,4°C. Da soll sich mal jemand beschweren. Immerhin schlafen wir nicht im Zelt oder unter einer Brücke.

Die schönste Tour haben wir heute gemacht. Das Wetter war gestern am schönsten, aber die Tour dafür heute.

Außerdem war heute Stefan mit dabei. Noch einer mehr, den ich beachten musste. Aber Stefan war sowieso immer bei den ersten dabei. Der Stefan kann gut wandern, auch wenn er nicht in Form war oder wenn er keinen Vorlauf hatte, drücken wir es mal so aus… ;-) Heute sind wir nach Müllerthal gewandert. Ich bin auch oft getragen worden, des Alters wegen.

Dort wollten alle Menschen einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen. Das hat so nicht geklappt. Dafür haben wir zu einem Mann Kontakt aufgenommen, der mit Kindern in einer Mühle kleine Teigkürbisse auf Blechen gebacken hatte. Er hatte noch ganz viele süße Brötchen übrig und die durften alle meine begleitenden Menschen essen. Die mussten weg! So lieb ich auch geguckt habe, ich habe nichts bekommen. Irgendwann habe ich aber Krümmel auf dem Boden gefunden, die hat ein Kind dort fallen gelassen. Die Krümmel waren super! Der Müller war so nett, er hat uns die ganze Mühle gezeigt.

Die Mühle hat den Namen „Heringer Millen“ und ist sehr schön restauriert. Auf dem Rückweg durfte ich wieder eine ganze Weile ohne Leine laufen. Zwischen allen hin und her springen und mich am Leben freuen. Das war so schön!

Abends sind wir in einem Restaurant gewesen. Wegen mir mussten alle anderen in einem nicht so schönen Raum sitzen. Die dachten wohl, dass ich nicht weiß was ich tue oder dass ich vielleicht sogar einfach mitten in dem Raum ein Häufchen mache oder einen kleinen See. Da kennen die mich aber sehr schlecht. So bin ich nicht!

Freitag

Heute war es vergleichsweise langweilig. Es hat geregnet und alle hatten genug vom Wandern (ich wurde nicht gefragt!). Man beschloss nach Luxembourg zu fahren. Dort shoppen. Sehr spannend für einen kleinen Hund! Wirklich! In der Fußgängerzone war ich wieder eine Runde Sankt und mein Rainer hätte viele Frauen abgreifen können. Aber er will ja nur meine Kiki – die hat er ja schon! Deswegen war er immer nur freundlich, hat Fragen zu mir uns meinem Wesen beantwortet und meine Kiki hat ihm eine Jacke gekauft. Alles ist gut!

Morgen fahren wir wieder nach Hause und das finde ich traurig. Es war schön hier mit allen Freunden. Mit denen kann man fröhlichen Urlaub machen.

Jetzt müssen wir uns schon mal ernsthaft Gedanken darüber machen, wo wir unseren nächsten Urlaub in der Einraumwohnung verbringen. Die Zeit bis Ostern wird wahrscheinlich nicht allzu lange dauern und rasen! Es gibt ja immer was zu tun. Müllern werden wir Ostern wohl nicht. Da gibt es andere Dinge. Müllern bedeutet übrigens alles, was man im Müllerthal machen kann: wandern, schlafen, Bier trinken, grillen, …

©Pauli2012

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