Alles für den Hund

von | Nov 22, 2015 | ohneumweg-zuHause | 0 Kommentare

Dass wir Menschen, auch wenn wir es noch so sehr ablehnen, weil unser individuelles Leben damit gestört wird, tagtäglich eine Uniform tragen, wollen die wenigsten hören: Jeans! Unterschiede finden sich lediglich in Passform oder dem Stil – Bootcut, Röhre, Gerade, … – und in der Farbe beziehungsweise der Waschung – stone-washed, authentic, bleached, … Wer viel Jeans trägt, hat auch viele Hosen, die irgendwann nicht mehr tragbar sind, auch wenn der Stoff als sehr robust gilt. Irgendwann ist Schluss. Da hat jeder seine bestimmten Stellen, die eine Jeans untragbar machen. Ich habe mir angewöhnt, verschlissene Jeans aufzubewahren und weiter zu verarbeiten, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Anfang des Monats war wieder ein solcher Zeitpunkt. Erst wurde nach langer Suche und gegenseitigem Abwägen ein Schnittmuster gesucht, parallel dazu die Jeans gewaschen und getrocknet. Dann auseinander geschnitten und zu großen Stoffstücken zusammengenäht, um sie dann nach dem Schnittmuster wieder zu zerschneiden und zusammen zu nähen. (Beim letzten Schritt war ich wieder sehr froh, dass ich mir vor einigen Jahren eine wunderbare Nähmaschine gekauft habe! Auch wenn einige Nadeln dran glauben mussten….)

Zugegeben, man guckt noch etwas skeptisch und wirkt eher angespannt. Die Fragen, die man in diesem kleinen Köpfchen hin- und hersausen sieht, sind durchaus berechtigt: Warum muss ich mich jetzt hier auf dieses Ding legen? Warum riecht das anders? Warum hier mitten in der Wohnung und nicht in meiner Ecke? Warum dann noch Fotos? (Es ist ja nicht bei diesem einen Foto geblieben!)

Auch wenn das Foto es nicht hergibt, man hat sich außerordentlich gut an sein Kissen gewöhnt. Zu besonderen Anlässen wird es – zur eigenen Freude – ins Wohnzimmer gezogen und dort vermöbelt.

Gewohnt versteinert steht er da und kann seine Situation nicht fassen. Wenn man ihn nicht erlöst, kann er lange so stehen. Ganz lange. Allen Hundekleidungskritikern sei gesagt, dass auch dieses (wie sein Schnittgeber, das als Schlafmäntclchen im Cookie dient) eine besondere Funktion hat. Wenn wir  trailen, hat Pauli zwischen seinen Einsätzen Wartezeiten, die er im Auto verbringen muss. Im Frühjahr und Herbst ist dies kein Probem, im Sommer machen wir den Kofferraum auf (es ist immer jemand bei den Autos). Und im Winter trägt man dieses Mäntelchen: außen Softshell, innen Polarfleece. Paulis Haltung zu diesem Utensil hat sich inzwischen entspannt. Es kommt keine große Freude auf, wenn er das Mäntelchen sieht, das Erstarren ist aber nicht mehr so stark.

©Pauli2105

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